| Zu den wichtigen Voraussetzungen für ein ausgeglichenes, selbstbewusstes und erfolgreiches Leben zählen Einfühlungsvermögen und die Fähigkeit zu moralischem Handeln. Der Erwerb dieser Fähigkeiten und Fertigkeiten stellt gerade im Jugendalter eine bedeutsame Entwicklungsaufgabe dar. Werte- und Moralvermittlung mit „erhobenem Zeigefinger“, wie sie häufig praktiziert wird, reicht zur wirkungsvollen Förderung eigenverantwortlichen, moralischen und verantwortungsbewussten Verhaltens in der Regel nicht aus. Vielmehr soll die Erfahrung eines aktiven, selbstgestalteten, sowie rücksichtsvollen Miteinanders als Modell für die eigene Lebensgestaltung seine positive Wirkung entfalten.
Mit dem Projekt „fairplayer.sport“ möchte unsere Arbeitsgruppe diese Idee umsetzen und Jugendliche beim Erwerb sozialer Fähigkeiten und Fertigkeiten unterstützen. Da für viele Jugendliche Sport nach wie vor einen breiten Raum in der Freizeitgestaltung einnimmt, und sich Jugendliche hierbei sehr engagiert und mit Eigeninitiative einbringen, ist dieser Bereich für unser Projekt sehr gut geeignet. Gerade im Mannschaftssport ist Erfolg nur in der Gemeinschaft und durch Teamgeist erreichbar. Obwohl es bereits etliche Fairplay-Inititativen im Sport gibt, fehlt es bislang an Wissen darüber, welche Maßnahmen mit psychologischer und sportwissenschaftlicher Fundierung, soziale und moralische Fähigkeiten und Fertigkeiten fördern können.
Die Zielsetzung unseres Teams, zusammengestzt aus Sportwissenschaftlern und Psychologen, besteht darin, den Trainerinnen und Trainern am Ende des auf zwei Jahre ausgelegten Projektes ein Handbuch mit einem evaluierten Programm für die Arbeit mit Sportmannschaften im Jugendbereich zur Verfügung zu stellen, mit deren Hilfe sie in ihren Teams die Vermittlung von sozialen und moralischen Fähigkeiten und Fertigkeiten zusätzlich zu den sportlichen Inhalten in den Trainingsalltag integrieren können. Dabei werden die Einheiten des Übungsprogramms derart strukturiert, dass sie optional über die Saison hinweg in die regulären Trainingseinheiten eingeflochten werden können.
Zur Umsetzung wurde mit Beginn des Projekts im April 2007 auf der Basis des derzeitigen Forschungsstandes eine auf entwicklungspsychologischen und sportwissenschaftlichen Erkenntnissen basierende theoretische Grundlage für unser Vorhaben gelegt (Präventionstheorie) und bereits existierende Programme auf ihre Tauglichkeit für unser Konzept hin überprüft. In einem ersten Schritt ist daraus eine Sammlung von Materialien und Maßnahmen entstanden, die zum Ende des Jahres 2007 in Berlin mit interessierten Sportmannschaften im Jugendbereich im Rahmen einer Pilotstudie ausgiebig getestet und evaluiert wird. Erste Voruntersuchungen haben bereits Hinweise auf die Ausgestaltung des Programms geliefert.
Im Anschluss an die Pilotstudie wird eine große Erprobungsphase mit mehreren Jugendteams unterschiedlicher Sportarten erfolgen, in dessen Rahmen zudem wissenschaftlich fundiert die Effekte des Programms auf Leistung, Gruppenzusammenhalt und sozio-moralische Kompetenzen der Jugendlichen untersucht werden sollen.
Über die eigentliche Ausarbeitung des Programms hinaus, waren für unser Vorhaben im letzten Jahr insbesondere der Aufbau und die Pflege von Kontakten zu Sportverbänden in Berlin und Bremen sowie zu nationalen und internationalen Wissenschaftlerinnen aus Sportwissenschaft und Sportpsychologie von Bedeutung. Mehrfach gab es im Laufe des vergangenen Jahres auch die Gelegenheit, unser Projekt auf nationaler und internationaler Ebene vorzustellen und zu diskutieren.
Das Projekt wird finanziell gefördert von der
Jacobs Foundation.
Informationsmaterialien zum herunterladen:
Informationsflyer als PDF-Datei (Dateigrösse 2MB)
Infobrief mit Projektbeschreibung (Deutsch) als PDF-Datei (200KB)
Information document as a PDF-file (English Version) (180KB)
Kontakt:
Projektleitung
Prof. Dr. phil. Herbert Scheithauer
E-Mail: hscheit@zedat.fu-berlin.de
URL: http://userpage.fu-berlin.de/~hscheit
Wissenschaftliche Mitarbeiter
Christiane Pawlizki, M.A. Sportwissenschaft
Telefon: ++49 (0)30 – 838 55 765 (Di-Fr 10-16 Uhr)
E-Mail: sport@fairplayer.de
Markus Hess, Diplom-Psychologe
Telefon: ++49 (0)30 – 838 53 630 (Mo, Mi, Do 10-15 Uhr)
E-Mail: sport@fairplayer.de
URL: www.fairplayer-sport.de
Anschrift
Freie Universität Berlin
Fachbereich Erziehungswissenschaft & Psychologie, Wissenschaftsbereich Psychologie
Arbeitsbereich Angewandte Entwicklungswissenschaft & Entwicklungspsychologie, PF 19
Projekt fairplayer.sport
Habelschwerdter Allee 45
14195 Berlin
Germany
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